Der Umbruch zeigt sich heute widersprüchlich: Einerseits wirken die Veränderungen durch Globalisierung und Technologie innovativ und weltweit auf Politik, Wirtschaft und Kultur, andererseits sind die Denk- und Handlungsmodelle veraltet und neue Konzepte ahnt man allenfalls am fernen Horizont. Dieser Widerspruch zwischen enormen Erneuerungen und alten Mustern ändert nichts an der Grundtatsache, dass die Gesellschaft heute in tüchtige Einzelne atomisiert ist. Angestrengt versuchen alle, den Ansprüchen der (Leistungs-) Gesellschaft gerecht zu werden. Unklar bleibt, welche Ziele – außer Geldverdienen – dabei zählen. Menschen aus allen Milieus spüren, dass Anstrengung allein nicht ausreicht und keineswegs vor Entwertung schützt.
Welchen Wert haben Menschen? Und wie wirkt es sich aus, wenn Menschen sich als wertgeschätzt wahrnehmen oder wahrgenommen werden? Sie sind motiviert, sich zu engagieren. Fehlt die Erfahrung der Wertschätzung, hat dies weitreichende Konsequenzen. Diese spiegeln sich indirekt und direkt in allen Bereichen der Gesellschaft. Wie Menschen entwertet werden, wird unter anderem sichtbar im öffentlichen Diskurs und in den Medien. Die Menschenbilder sind dementsprechend: der Mensch – Arbeitstier, Maschine, makelloser Körper, Opfer oder Täter, Intrigant oder mutloser Egoist. Die tendenzielle Gesamtstimmung ist: „Man kann ja eh nichts machen.“ „Niemand kann etwas ändern.“ „Ich werde nicht gebraucht.“
Aber ist das wirklich so?
Aber ist das wirklich so?
